Der Gegenwind
Eine Kampagne will isolieren. Der Gegenwind organisiert das Gegenteil.
Wenn eine Frau öffentlich angegriffen wird, liest oft ein ganzer Freundeskreis ratlos mit. Der Gegenwind ist ein Messenger-Bot, gedacht für Signal oder Threema, der diesen Kreis ordnet: Jede Person bekommt eine kleine, klar umrissene Aufgabe, die nicht eskaliert. Die Betroffene muss nichts lesen und nichts koordinieren. Eine Koordinatorin ihres Vertrauens löst den Alarm aus.
Die Koordinatorin
Anouk ist Marens Schwester. Maren ist Primarlehrerin und Gemeinderätin und steht seit gestern im Zentrum einer Kampagne. Anouk hat den Kreis gemeinsam mit Maren zusammengestellt, lange bevor etwas passiert ist. Heute löst sie den Gegenwind aus.
Den Kreis prüfen
Zwölf Vertraute, frei erfunden. Die Belastbarkeit steuert, welche Aufgaben eine Person bekommen kann: Wer Angriffe sichten muss, etwa beim Sichern von Beweisen, braucht hohe Belastbarkeit. «Nur Zuspruch» heisst: Nachrichten und Alltagshilfe, nie Kontakt mit den Angriffen.
Die Lage wählen
Gegenwind auslösen
Eine Vertraute
Mira ist Marens Freundin seit dem Studium und kennt sich mit Technik aus. So sieht der Gegenwind auf ihrem Handy aus. Spielen Sie drei Tage der Kampagne durch.
Was hier passiert
Die Regeln
Solidarität darf nicht selbst zur Kampagne werden. Die Grenze zum koordinierten Angriff muss sauber sein, sonst schadet der Gegenwind der Betroffenen und dem Kreis.
Was nie zum Gegenwind gehört
Keine Angriffe auf die Täter
Der Kreis schützt eine Person. Er jagt niemanden. Wer zurückschlägt, liefert der Kampagne neues Material.
Keine Gegen-Beleidigungen
Auch nicht zugespitzt, auch nicht «nur einmal». Ton und Inhalt bleiben sachlich.
Kein Doxing
Keine Adressen, Arbeitgeber, Familienangaben oder Fotos von Angreifenden. Das kann strafbar sein und gefährdet alle Beteiligten.
Keine Massenmeldungen
Pro Beitrag genügt eine sachliche Meldung über das offizielle Formular. Zwanzig gleiche Meldungen beschleunigen nichts und können als Missbrauch der Meldefunktion gelten.
Keine Fake-Konten
Kein Zweitkonto zum Beobachten, kein Pseudonym zum Verteidigen. Alles läuft unter dem eigenen Namen.
Keine gleichlautenden Kommentare
Viele Plattformen werten koordiniertes unauthentisches Verhalten als Regelverstoss. Vorlagen sind darum nur Anstösse, nie Texte zum Kopieren. Und niemand kommentiert in die Angriffe hinein.
Was immer gilt
Unter eigenem Namen
Wer öffentlich Haltung zeigt, tut es mit Klarnamen, auf dem eigenen Profil, in eigenen Worten.
Freiwillig
Jede Aufgabe ist ein Vorschlag. «Heute nicht» und «Andere Aufgabe» stehen gleichwertig neben «Übernehme ich».
Jederzeit Ausstieg
Mit «Pause» setzt man aus, mit «Austritt» verlässt man den Kreis. Die eigenen Angaben werden dabei gelöscht.
Höchstens eine Aufgabe pro Tag
Verteilte Last statt Erschöpfung. Wer viel trägt, bekommt am nächsten Tag Luft.
Datenschutz
Nur Ende-zu-Ende-verschlüsselt
Kreis, Aufgaben und Rückmeldungen laufen nur über verschlüsselte Kanäle. Keine offenen Gruppen, keine E-Mail-Verteiler.
Minimale Daten
Vorname, Rolle, Belastbarkeit, Kontakt im Messenger. Keine Inhalte der Angriffe im Bot, Beweise liegen im separaten Sicherungsordner.
Die Betroffene entscheidet
Sie bestimmt, wer im Kreis ist und wer die Koordination übernimmt. Sie kann beides jederzeit ändern.
Was der Bot nicht tut
Keine Überwachung der Täter
Der Bot beobachtet keine Konten und legt keine Profile über Angreifende an.
Keine automatische Veröffentlichung
Der Bot postet nichts, meldet nichts und schreibt nichts im Namen anderer. Jede Handlung macht ein Mensch selbst.
Keine Rechtsberatung
Der Bot sagt, wie man Beweise sauber sichert. Ob und wie man rechtlich vorgeht, klärt eine Anwältin oder Beratungsstelle.
Grenzfälle: im Rahmen oder nicht?
Sieben Situationen, wie sie in einem Kreis vorkommen. Entscheiden Sie selbst, dann folgt die Einordnung.
Warum das wirkt
Isolation ist ein Ziel von Kampagnen. Wer angegriffen wird, soll sich allein fühlen, sich zurückziehen und verstummen. Sichtbare Solidarität und verteilte Last wirken dagegen: Die Betroffene spürt, dass viele Menschen da sind, ohne dass sie diese Menschen führen muss. Die Arbeit liegt bei vielen, darum hält der Kreis länger durch. Beweise werden gesichert, bevor sie verschwinden. Öffentlich sieht man ruhige, sachliche Beiträge, keinen Schlagabtausch.
Die Stellvertreterin
Die Erstversorgung für die Betroffene selbst: Puffer, Lagebericht, Beweisregister. Der Gegenwind ist ihr Gegenstück für den Kreis.
Zur Stellvertreterin48 Stunden
Vorbereiten, bevor es passiert. Dort entsteht idealerweise auch der Kreis, lange bevor er gebraucht wird.
Zu «48 Stunden»Methodik. Diese Seite ist eine Simulation. Es werden keine Nachrichten versendet, keine Daten übertragen und nichts gespeichert. Alle Personen, Orte und Zahlen sind frei erfunden. Die Verteilung der Aufgaben folgt einfachen, sichtbaren Regeln: passende Rolle zuerst, Belastbarkeit als Grenze, höchstens eine Aufgabe pro Person und Tag. Die Antworten der Vertrauten sind vorgegeben, damit die Vorführung wiederholbar bleibt.
Technische Umsetzung. Später etwa als Signal-Bot mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, alternativ für Threema. Datenhaltung, Hosting, Löschfristen und Plattformregeln sind fachlich zu prüfen, ebenso die rechtlichen Hinweise zu Doxing und Meldungen in der Schweiz, in Deutschland und in Österreich.
diffamierung.net · Prototyp G · Stand Prototyp September 2026